netsukeNetsuke (jap.) setzt sich aus den Silben Ne - Wurzel und tsuke – anhängen, anbinden zusammen.


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Netsuke (jap.) setzt sich aus den Silben Ne - Wurzel und tsuke – anhängen, anbinden zusammen.

Netsuke sind kleine kunstvoll gestaltete Gegenstände aus Japan. Sie haben meist eine Bohrung (Himotoshi) durch die eine Kordel gezogen wird um so ein Sagemono (hängende Gegenstände) am Obi befestigen zu können.

Durch die Eroberungen der mongolischen Reitervölker kamen ähnliche Gegenstände nach China, die bereits die Funktion eines Toogle am Gürtel hatten.

In der Fujisawa- Zeit war es in China bereits üblich einen Lederbeutel mit Zunder am Knebel zu tragen. Es folgten kleine Beutel als Geldbörsen, in denen Kinder ihre Glückszeichen mit sich führten.

Im 16. Jhdt (Ming- Zeit) kamen chinesische Siegel in Mode, diese China- Dinge (Kara Mono) lernten die Japaner durch ihren Feldzug des Shogun Hideyoshi kennen der sie in den Jahren 1592-98 nach China und Korea führte. Netsuke wurden bekannt als der einzige Schmuck der auch von nicht adeligen am Körper getragen werden durfte.

Mit der Einführung des Tabaks durch die Portugiesen 1542, und seiner Verbreitung als Genussmittel begann der eigentliche Aufschwung der Netsukekunst (ab dem 17 Jhdt).

In der luxusliebenden Genroku- Periode (1688- 1733) beschäftigten sich die ersten Künstler damit, die einfachen klaren Formen zu verfeinern. Die Glanzzeit folgte im 18- 19Jhdt. mit der Übernahme europäischer Kleidung in Japan, zur gleichen Zeit begannen Amerikaner und Europäer Netsuke als Souvenier und/oder für Sammlungen im großen Stil zu kaufen.

Mit dem Ende des 18. Jahrhunderts formten sich aus den Reihen der Masken-Schnitzer mehr und mehr Netsukeshi (Netsukemacher), und sogar richtige Netsuke Schulen. Die Künstler signierten ihre Werke. Neue Methoden kommen zur Verwendung, zumeist Färbemittel und Einlegearbeiten um Effekte hervorzurufen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich die Schulen weiter. Die Schüler übernahmen und kopierten die Techniken ihrer Meister. Somit kam immer mehr eine Regelmäßigkeit in die Kunst. Um ihre Werke von denen anderer Künstler unterscheiden zu können, entwickelten die Künstler immer ausgefeiltere Techniken. Netsuke wurden komplizierter und feiner und in ihre Darstellungen immer realistischer. Diese Zeit ist die zweite Blütezeit der Netsuke Kunst und dauerte vom frühen 19. Jahrhundert bis ca. 1868.
Mit dem Eindringen des Westens nach Japan haben die Netsuke ihre Bedeutung verloren. Zigaretten haben den Platz der traditionellen kleinen Tabakpfeifen eingenommen. Man trägt den Kimono weitgehend nur noch zu Hause und bevorzugt westliche Kleidung im Berufsleben. Der Bedarf an Netsuke sank drastisch. Die Netsuke wurden nun als Souvenirs oder Kunstobjekte für die Ausländer produziert. Von 1870 - 1890 bildeten sich große Kollektionen in Europa, für die auch neue Netsuke hergestellt wurden.
Nach der Meiji-Restauration treten vermehrt Imitationen alten Stücke auf.
Bedeutende Netsuke Schulen gab es in Osaka, Kyoto, Edo und Nagoya

Materialien aus denen Netsuke gestaltet werden:

Holz

Das am häufigsten verwendete Holz ist das Buchsbaumholz (jap. tsuge). Dank der Härte kann man es sehr fein bearbeiten und nutzt sich nicht ab. Weitere häufig verwendete Hölzer sind Kirschholz (jap. sakura). Ebenholz (jap. kokutan) aus Indien, das schwer und dicht ist und somit feinste Reliefs erlaubt, und Pflaumenholz (jap. isu). Es wurden auch Kerne von Pfirsichen, Aprikosen und Walnußkerne (jap. kurumi) benutzt.

Elfenbein

Das erst im 17. Jahrhundert von den Holländern nach Japan eingeführte Elfenbein wozu auch die Zähne von Walroß-, Pottwal-, das Horn des Narwals zählt ist das bevorzugte Material für Netsuke ab dem 19.Jh.. Es werden aber auch Hörner von Stieren, Antilopen und des Rhinozerosses verwendet.

Metalle

Sowohl reine Metalle als auch Metallgemische wurden für Netsuke verwendet. Hergestellt wurden diese dann von Künstlern, die hauptberuflich Schwertzierate herstellten. Metall-Netsuke werden auch als kagamibuta bezeichnet.

Yakimono

Yakimono sind Netsuke aus aus Porzellan oder Steinzeug deren Existenz ist nicht vor der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert gesichert. Genroku-Periode (1688 - 1704)

Lack

Die Lack-Netsuke wurden zumeist mit einem dazu passenden Inrô von Lackkünstlern hergestellt.

Seltene Materialien

Zu den seltener verwendeten Materialien zählen Korallen, Bergkristall, Quarzstein, Bernstein, Seifenstein, Achat, Perlmutt, Malachit, getrocknete Pilze (rei-shi), Leder, Glas, Stein, Pferdeknochen, Schildpatt, etc. Meist treten diese Materialien als Einlagen in Netsuke auf.










impressumFür etwaige Fragen rund um "Netsuke" stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung!